Christliche Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation

Mobbing macht menschen – (los)

 
Neben meinem Beruf engagiere ich mich ehrenamtlich seit über 30 Jahren in vielen sozialen Bereichen. Von je her habe ich mich für unterdrückte, schwache und benachteiligte Menschen eingesetzt. 2003 habe ich eine Ausbildung zur zertifizierten Mobbing- und Konflikt-Fachfrau mit Erfolg absolviert, nachdem ich bedingt durch mein Berufsleben immer wieder von Kollegen ins Vertrauen und um Hilfe gebeten wurde.

Diese Ausbildung ermöglichte mir Betroffenen in schwierigen Lebenssituationen, hervorgerufen durch Mobbing oder Konflikten, weiter zu helfen, ihnen das Leben wieder lebenswert zu gestalten. Mittlerweile arbeite ich überwiegend in der Prävention, halte Vorträge und gebe Seminare. Die Arbeit in der Gewerkschaft hat mich dazu veranlasst, auch hier meinen Beitrag über Mobbing einzubringen.

Meine Veröffentlichungen nehme ich in erster Linie dafür in Anspruch, die Menschen zu sensibilisieren, sie auf das Thema aufmerksam zu machen. Das Motto unseres Gewerkschaftstages in Lüneburg 2005 lautete:


Mehr Menschlichkeit im Arbeitsleben


Dieses Motto sollte unser Ziel für die nächsten Jahre sein, denn das ist der Grundstein für eine Mobbing – und Konflikt -freie  Arbeitswelt!

Mein Antrag zum Thema Mobbing, mehr Menschlichkeit im Arbeitsleben, wurde in Lüneburg auf dem 13. Ordentlichen Gewerkschaftstag der GGPT durch Annahmebeschluss an die Bundesregierung weitergeleitet.
Er lautete:

Antrag an die Bundesregierung:

 
Der Bundesgewerkschaftstag möge beschließen:
Die CGPT soll sich dafür einsetzen, dass die Unternehmen Konflikt- und Mobbing- Berater für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit halten, um Ratsuchenden und Mobbing - Geschädigten eine Anlaufstelle zu gewährleisten.


Begründung:

  • Menschliche Seite

    Unter Mobbing am Arbeitsplatz wird das systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte verstanden, also Verhaltensweisen, die in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschützte Rechte wie die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen, verletzen. Danach geht es um schikanöses, tyrannisierendes oder aus-grenzendes Verhalten am Arbeitsplatz. Es muss sich um fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende Verhaltensweisen handeln, auch wenn sie nicht nach einem vorgefassten Plan erfolgen. Vereinzelt auftretende Konfliktsituationen sind nicht als Mobbing anzusehen.

    Mobbing ist arbeitsrechtlich verboten. Es ist als Eingriff in das durch Artikel 1 und 2 Grundgesetz geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre und die Gesundheit des Menschen anzusehen. In der Regel sind die als Mobbing bezeichneten Verhaltensweisen auch strafbar.

    Mobbing wird leider immer mehr zum Thema in unserer Gesellschaft. Deshalb müssen wir dem entgegentreten, müssen wir dafür Sorge tragen, dass Menschen präventiv Aufklärung erhalten, dass Betroffenen die Möglichkeit gegeben wird, Fachpersonal in Anspruch nehmen zu können.
  • Minderleistung

    Mobbing kann jeden treffen, Mobbing macht krank!
    Darüber sind sich Mitarbeiter und Vorgesetzte leider in den seltensten Fällen im Klaren. Betroffene leiden unter den verschiedensten Symptomen, wie z.B. Stress, Nervosität, innere und tatsächliche Kündigung, dauernde Versetzungen, Frühverrentung, Einweisung in eine psychiatrische Anstalt – Krankheiten aller Art, der gewohnte Tagesablauf wird unterbrochen, bis hin zum Selbstmord. Dieser Ablauf in Kurzform dargestellt spiegelt den Schnelldurchlauf wider, wobei man nicht vergessen darf, dass sich dieser Prozess über einige Jahre hinzieht.

    Unvorstellbar und kaum darstellbar ist der Leidensweg der Betroffenen. Hier muss dringend Abhilfe erfolgen. Leider sind es immer noch viel zu wenig Anwälte, Ärzte und Fachleute, die sich mit diesem so wichtigen Thema in unserer Gesellschaft auseinander setzen. Darum ist es wichtig und erachtenswert, dass sich die Bundesregierung, unsere Politiker, diesem Thema zunehmend widmen.
  • Kostenseite

    Nach Schätzungen sind in Deutschland 1,5 Millionen Erwerbstätige von Mobbing betroffen. Verursacher ist die Situation in der Arbeitswelt, die Arbeitslosenzahlen, immer weniger Mitarbeiter erarbeiten immer mehr, der Wettbewerb durch Niedriglöhne im Ausland, anzuzweifelnde Wirtschaftspolitik – um nur einen kleinen Einstieg in den Verlauf des Ganzen zu sehen – des sehr komplizierten Kreislaufs – herunterzubrechen in die einzelnen Unternehmen und Betriebe – den einzelnen Arbeitnehmer. Die Veränderungen in der bundesrepublikanischen Arbeitswelt führen zu einer Erhöhung der Arbeitsdichte und zum Anwachsen der psychischen Belastung am Arbeitsplatz. Mobbing verursacht enorme Kosten für das Unternehmen durch starke Reibungsverluste in der Arbeitsorganisation und im Betriebsablauf, die der Verschlechterung des Betriebsklimas, durch Fehlzeiten der Betroffenen, durch eine geringere Sorgfalt im Umgang mit Arbeitsmitteln und Qualitätsanforderungen aller Beteiligten.

    Nach vorsichtigen Schätzungen kostet jeder Mobbing - Fall das Unternehmen durchschnittlich 25.000 – 50.000 €. Einbezogen sind hierbei Kosten für Fehlzeiten, Arbeitszeit für versuchte Problemlösungen, Kosten für die Umsetzung von Problemlösungen, z.B. Kosten für Versetzungen oder Abfindungen, Neubeschaffung und Einarbeitung von Ersatzmitarbeitern sowie die Kosten rechtlicher Auseinandersetzung. Kosten für Minderleistungen, sowie geringere Servicequalität in Dienstleistungsunternehmen können enorm hoch sein und sind hier noch nicht berücksichtigt. Die Kosten erhöhen sich deutlich, je länger ein Mobbing – Prozess dauert, der Betroffene eine überdurchschnittliche oder für den Arbeitsbereich bedeutsame Qualifikation besitzt, ein Arbeitsbereich durch hohe Anforderungen an Qualität, Kreativität oder Innovationskraft gekennzeichnet ist.

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