Christliche Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation

Das Personal 2/2020

 

 dp02 2019 druckreif redaktionr 1

Liebe Leserinnen und Leser!

Das neue Corona-Virus hält die Welt in Atem. Schon Hunderttausende sind gestorben. Besonders betroffen sind die armen Länder, die kein gutes Gesundheitssystemhaben.Wir hier in Deutschland haben es da noch gut. Unser Gesundheitssystem hat bisher Stand gehalten, die soziale Absicherung funktioniert und die Politik im Bund, in den Ländern und Gemeinden macht gute Arbeit um die Leiden zumildern, den Virus-Ausbruch einzudämmen und die sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu mildern. Aber das Virus legt Schwachstellen in Wirtschaft und Gesellschaft offen. Eine dieser Schwachstellen ist die fleischverarbeitende Industrie mit unhaltbaren Arbeitsbedingungen, mit Mindestlohn und vor allem menschenunwürdigen Unterkünften für die meist osteuropäischen Arbeitnehmer. Das war bekannt – aber nur wenige wollten dies hören und sehen. Der einzige, der seit Jahren als Arbeitsminister diese Verhältnisse angeprangert hat und versucht hat dagegen vor zu gehen, ist Karl Josef Laumann. Hoffentlich gibt es jetzt entsprechende Bundesgesetze.

Wir als Gewerkschaftmüssen nochmehr hinsehen und noch früher warnen.Wirmüssen aufpassen, dass die Zustellbranche nicht die gleichen Probleme bekommt. Die immer mehr gebauten eigenen Zustellzentren von Amazon stellen osteuropäische Arbeitnehmer ein, auch weil unser Arbeitsmarkt und die schlechte Bezahlung nicht viel hergeben. Und Amazon hat keinen Tarifvertrag, keine Betriebsräte und hält überhaupt nichts von Betriebsräten. Corona lehrt, dass mehr Solidarität nötig ist. In der Arbeitswelt, in der Gesellschaft und in der Welt.

Ich wünsche Ihnen einen guten Sommer.
Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

Viele Grüße
Ihr Ulrich Bösl
CGPT Vorsitzender